HTC „überwintert“ im Mittelfeld

HTC „überwintert“ im Mittelfeld

Es war wohl das schwierigste Spiel der diesjährigen Hinrunde, das unsere 1. Herren am vergangenen Samstag in Frankfurt zu bestreiten hatten. Der SC Frankfurt 80 liefert sich derzeit mit dem TC Blau Weiß Berlin einen erbitterten Kampf um die Tabellenspitze und damit das Recht, am Ende der Saison auf dem begehrten Aufstiegsplatz in die 1. Bundesliga zu stehen. Jeder Punktverlust kann da schon eine Weichenstellung – und damit Vorteil für den Konkurrenten – sein.
Und obwohl die beiden letzten Spiel in Berlin – u.a. gegen den anderen Aufstiegsaspiranten Blau Weiß – nach guten Spiel nur knapp verloren wurden, und obwohl mit Anton Boomes und Moritz Petermann zwei Stürmer die Reise an den Main nicht mitmachen konnten, hatte Trainer Thorben Wegener so viel Vertrauen in seine Mannen, dass er ihnen durchaus auch einen Punktgewinn zutraute; schließlich hatte man ja erst im Frühjahr sogar das Feld in Frankfurt als überraschender Sieger verlassen.
SC80-Trainer Nicklas Benecke wusste um die Diszipliniertheit seines Gegners und hatte seine sonst zu ordentlichem Kombinationsspiel mit temporeichen Vorwärtsdrang neigenden Frankfurter auf eine etwas mehr defensive Spielweise eingestellt. Abwarten war seine Devise und Lauern auf vermeintliche Fehler seiner Gegner. Und so brachte das erste Viertel zwar optische Vorteile der Hessen, ohne aber für das an diesem Tag wieder einmal von Max Jolk gehütete HTC-Tor eine unmittelbare Gefahr darzustellen. Auch die beiden Strafecken gegen Ende des ersten Viertels konnten noch mühelos abgewehrt werden.
Das zweite Viertel sah die Hessen dann aber einen Gang zu legen und mehr Druck auf den HTC-Kreis ausüben. Eine Strafecke in der 19. Minute führte dann auch zu einer bis dahin schon verdienten 1:0 Führung der Platzherren. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause, was den Kickers trotz optischer Überlegenheit ihres Gegners immer noch die Chance auf die erhoffte Überraschung ließ.
Bis zur 40. Minute konnten unsere Jungs noch einigermaßen mithalten, obwohl Unkonzentriertheiten, ungenaues Passspiel und nachlassende Kondition bei einigen Akteuren schon unverkennbar waren. Und so trat ein, was unvermeidbar ist, wenn man gegen eine Klasse-Mannschaft wie die Frankfurter nicht jederzeit hellwach und klar im Kopf ist: es fallen Tore! Mit 0:2 (41. Minute) wurde das dritte Viertel beendet, und die Hausherren schoben noch einmal drei Treffer im vierten Viertel nach. Lediglich durch Paul Singh konnte der HTC in der 53. Minute noch den Ehrentreffer markieren.
Mit 1:5 fiel die Niederlage vielleicht um ein oder zwei Tore zu hoch aus; daran dass die Frankfurter an diesem Tag aber die eindeutig bessere Mannschaft waren und den Sieg in jeder Beziehung verdient hatten, gab es aber nichts zu deuten. Im Vergleich der Aufstiegskandidaten (neben Blau Weiß vielleicht auch noch die Zehlendorfer Wespen) war SC Frankfurt 80 die mit Abstand beste Mannschaft, der wir durchaus zutrauen, auch das Rückspiel bei Blau Weiß in Berlin für sich zu entscheiden.
Mit welchem Fazit geht der HTC jetzt in die Winterpause. Unmittelbar nach Spielende bat Thorben seine Jungs bei herrlichsten Frankfurter Herbstwetter nochmal „in den Kreis“, um Resümee zu ziehen. Er betonte, mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht unzufrieden zu sein. Wir belegen mit 10 Punkten und einem immer noch positiven Torverhältnis den 5. Tabellenplatz. Sicherlich hat es dabei Ergebnisse gegeben (Charlottenburg, Frankenthal), die nicht hätten sein müssen und uns im Frühjahr wegen jetzt verpasster Punkte die Ausgangslage doch erschweren könnten. Was aber mit Befriedigung festgestellt werden kann, ist die weiter entwickelte Spielkultur sowohl in der Defensive als auch in der Offensive; Fortschritte seien auch zu beobachten in der Umstellung von Mann- auf Raumdeckung, was sogar uns durchaus mit den besseren Teams mithalten lässt. Thorben kam schließlich zu dem Fazit, dass diese Mannschaft nicht absteigen wird, wenn es uns gelingt, gemeinsam an unseren Fehlern weiterzuarbeiten und uns sowohl athletisch als auch taktisch und stocktechnisch weiterzuentwickeln. Diese Mannschaft hat sein uneingeschränktes Vertrauen, wenn sie auch weiterhin mitzieht.
Die Jungs werden jetzt bis Anfang November eine hockeyfreie Zeit genießen (muss auch mal sein!), bevor dann die Vorbereitungen für die Hallensaison beginnt. In den Monaten November und Januar gilt es dann den im Februar erreichten Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd erfolgreich zu verteidigen.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
16. Oktober 2017