Derby gegen HCL – gewonnen!

Derby gegen HCL – gewonnen!

Bei einem Derby einlaufen zu dürfen, darüber ist jeder mit Recht stolz. Ein Derby auf der eigenen Anlage vor ca. 250 Fans gegen den HC Ludwigsburg zu gewinnen, ist für jedem teilnehmenden HTC-Spieler etwas ganz Besonderes. Und man muss schon weit in die Geschichte zurückgehen, den letzten Derbysieg festmachen zu können. Im Frühjahr waren die Jungs von Trainer Thorben Wegener schon ganz nah dran, es fehlte nur eine Minute, um einen 4:3 Vorsprung über die Zeit zu retten; so trennte man sich dann letztlich mit einem gerechten Unentschieden von 4:4.
Dieses Mal aber wollten Thorbens Jungs es wissen. Wie immer über eine ausführliche Analyse der verloren gegangenen Vorbereitungsspiele sowie mit Videos über die letzten Punktspiele des Gegners bestens auf die Gäste eingestellt, wollte man zunächst abwartend zu Werke gehen und im Konterspiel seine Chancen suchen. Einzig die immer noch verletzt fehlenden Robo, Butti und Wüte sowie der kurz vor Spielbeginn von Tjorven wegen einer im Training erlittenen Bauchfell-Prellung herausgenommene Ötti ließen ein wenig Zweifel aufkommen, ob das alles so würde funktionieren können.
Ein im ersten Viertel wie entfesselnd aufspielender HCL brachte die Platzherren zunächst auch ganz schön durcheinander. Schon in der 1. Minute gab es zwei der gefürchteten HCL-Strafecken, die aber abgewehrt werden konnten; ein Pfostenschuss in der 5. Minute machte deutlich, dass der HCL unsere Jungs überrennen wollte; und in der 7. Minute aber war es dann auch geschehen: der HCL ging mit 1:0 in Führung.
Wie in den Spielen zuvor, brauchen wir wohl zunächst den Rückstand, um uns unserer Fähigkeiten zu besinnen und diese auch auf den Platz zu bringen. Die aufmunternden Worte von Thorben in der Viertel-Pause setzen dann endgültig die Kräfte frei, mit denen der HCL nach seinem furiosen Start auch nicht gerechnet hatte. In der 21. Minute war es Paul, der auf Zuspiel von Anton den Ausgleich erzielen konnte. Keine drei Minuten später – bei der ersten HTC-Strafecke – musste dann ein HCL-Spieler für seinen schon geschlagenen Keeper auf der Torlinie retten.
In der 26. Minute dann war es dann erneut Paul, der richtig platziert war, um eine Flanke in den Kreis am Torwart vorbei zur 2:1 Führung in den Kasten zu lenken. „Er steht da, wo man als Stürmer stehen muss“, meinte später Thorben gegenüber der Presse. Im Anschluss an eine weitere Strafecke drückte Henrik den vor im landenden Abpraller zum 3:1 Pausenstand über die Linie. Die enorme Steigerung in 2. Viertel war im Urteil des Trainers eine „Top-Leistung“, für die die Mannschaft sich auch mit den entsprechenden Toren belohnte.
Und nach der Pause machte die Kickers da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten; sie spielten ruhig und clever ihr Spiel in Richtung HCL-Tor; aus einem Konter, an dem Jonas und Anton beteiligt waren, resultierte schließlich ein weiteres Tor von Paul zum 4:1 in der 34. Minute; damit war unser US-amerikanischer Neuzugang endgültig zum Mann des Tages und zum „man of the match“ geworden.
Dass der HCL, der mit diesem Zwischenstand sicherlich nicht gerechnet hatte, jetzt alles versuchte, um die Niederlage noch abzuwenden bzw. das Ergebnis erträglicher zu gestalten, verwundert nicht. In dieser Phase ließen die auch zum Teil noch sehr jungen Kickers-Spieler doch noch ein wenig Cleverness vermissen. Wenn man Ballbesitz hat, sollte man die eigenen Leute suchen und nicht durch ein riskantes Spiel nach vorne dem Gegner die Chance geben, den Ball abzufangen und seinerseits Konter zu fahren. Diese Abgebrühtheit hat das wesentlich erfahrenere HCL-Team, und muss unsere Mannschaft noch lernen.
Nachlassende Kräfte – wir hatten einen Auswechselspieler weniger – führten zu unnötigen Fehlern und schließlich in der 42. Minute durch eine verwandelte Strafecke zum Anschlusstor von 4:2. Mehr als eine weitere Strafecke, die ohne Folgen blieb, ließ die Abwehr um Eubi, Lukas, Johannes und Henrik nicht zu. Auch die Herausnahme ihres Torwarts und ein weiterer Feldspieler konnte daran nichts ändern. Und zudem stand mit Lars ein an diesem Tag den Schusskreis beherrschender Torwart im Kickers-Kasten. Er überzeugte nicht nur durch seine Paraden, sondern auch durch seine Übersicht und durch seine wortgewaltigen Kommandos an die vor ihm operierenden Mitspieler.
So war der 4:2 Sieg letztlich hochverdient und wird nach 4 Spieltagen mit dem 4. Tabellenplatz belohnt. Er macht Mut für die nächsten Spiele, die vor uns liegen. Am kommenden Samstag geht es nach Limburg (8. Tabellenplatz), bevor wir am Sonntag auf eigener Anlage (14.00 Uhr) das Tabellenschlusslicht TG Frankenthal empfangen; es gibt also reichlich Gelegenheit und Chancen, das Punktekonto weiter aufzubessern.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
25. September 2017